Richterswil Veranstaltungen

Tag der offenen Tore: Besucher waren Feuer und Flamme

Seit 150 Jahren existiert der Schweizerische Feuerwehrverband und öffnete deshalb Tür und Tor für die Bevölkerung. Richterswil präsentierte seine Fahrzeugflotte und gab eindrückliche Demonstrationen von ihren Einsätzen. 

Gross war das Besucheraufkommen am Freitagabend, 30. August, als die Feuerwehr Richterswil Tür und Tor öffnete, ihre Fahrzeuge zwecks Begutachtung auf der Strasse aufstellte und mittels eindrücklicher Demonstrationen zeigte, was ihre vielfältigen Aufgaben sind. Das Oldtimerfeuerwehrfahrzeug, der Packard33, welches vielen von anderen dörflichen Festivitäten bekannt sein dürfte, fehlte nicht. Auf der Zufahrt samt Löschwagen parkiert wurde es von Gross und Klein bewundert und im Innenraum Platz genommen. Nachdem das Fahrzeug 1948 als Herrschaftsauto der Familie Frey-Landys – damals wohnhaft in der Villa Rosengarten – ausgedient hatte, wurde es von der Gemeinde Richterswil erstanden und zum Feuerwehrauto umgebaut. Noch bis ins Jahr 1982 leistete das Auto als Einsatz- und schliesslich Zugfahrzeug wertvolle Dienste. Seit Ende 1994 kümmert sich der Verein «Packard33» liebevoll um das Auto. 

Gut aufgestellt

Was auffällt ist die Anzahl der jungen und jüngeren Feuerwehrmänner in Richterswil. Überhaupt ist das Team gut aufgestellt mit einem Bestand von 59 Mitgliedern. Momentan sind keine Frauen dabei, diese wären allerdings herzlich willkommen, genauso wie Nachwuchs allgemein, denn in den nächsten Jahren stehen ein paar Pensionen an.

An mehreren Übungen pro Jahr werden die Feuerwehrleute aus- und weitergebildet und trainieren ihr Handwerk. An diesem Abend wird der staunenden Menge gezeigt, wie eine solche Übung ablaufen muss, damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt und jeder Befehl klar kommuniziert und umgesetzt wird. Um 18 Uhr zeigte die Jugendfeuerwehr eine Einsatzdemonstration, zwei Stunden später simulierte der 2. Zug einen Fahrzeugbrand, verbunden mit einer Personenrettung, mittels Hubretter über den Balkon.

Zu diesem Zweck wurde die gesamte Ausrüstung zusammengepackt, die korrekte Kleidung übergestreift und mit Blaulicht fuhren die Rettungsfahrzeuge via Zugerstrasse durch die Sunnengartenstrasse (das Horn liessen sie nur einmal kurz aufheulen) bis zum Einsatzort gegenüber dem Feuerwehrdepot. Korporal Pitt Koblet erklärte den Zuschauern die einzelnen Schritte, welche ausgeführt wurden, und die Menge schaute den Lebensrettern gebannt zu.

Selbst aktiv werden konnte man bei Aktivitäten wie «Wärmequellen suchen mit der Wärmebildkamera im dunklen Kellerraum» oder «Pfannenbrand löschen mit der Löschdecke».

Der Anlass wird von Hans Bigler, Materialwart und Offizier der Feuerwehr Richterswil, als Erfolg bezeichnet, geht er doch von einer Besucheranzahl von 250 bis 300 Personen aus. Tatsächlich gab es einige Besucher, die sich nach Ausbildung und Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr erkundigt haben und sich durchaus Gedanken machen, ob sie aktiv mitmachen wollen. Konkret kam an diesem Abend eine Neuanmeldung hinzu *. 

Gemeindepolizei stellte sich vor
An diesem Abend gesellte sich die Gemeindepolizei zum Anlass und öffnete sozusagen auch ihre Tore. Mit einem Einsatzfahrzeug und schweren Polizeimotorrad – deren Sitze ebenfalls gerne von Interessierten «erklettert» wurden – stellten sich die vier Polizisten der Bevölkerung vor. Polizeichef Urs Kirner meinte mit einem Augenzwinkern, dass die Leute sie «mal anders» kennenlernen sollen, nicht nur dann, wenn sie einen Strafzettel ausfüllen müssten. Zudem stellten sie den «Digitalen Polizeiposten» vor, bei dem auf schnelle und schalteröffnungszeitenfreie Weise einfache Diebstähle, Sachbeschädigungen und Verluste gemeldet werden können (www.suisse-epolice.ch). Sie brachten nebst Infomaterial und Antworten auf Fragen einen Aufklärungsfilm mit über die Gefahren vom Handy am Steuer. Dieser dürfte einige Unbelehrbare erschüttert und zur Einsicht gebracht haben.

Kinder im Erlebnismodus
Auch für die Kinder ist dieser Event eine spannende Angelegenheit, denn sie dürfen ungehemmt in sämtliche Führerkabinen einsteigen und ein Gefühl dafür kriegen, was es heisst, in solch einem wichtigen Gefährt zu agieren. Beim Aufsteigen auf das Polizeimotorrad bedarf es allerdings etwas Hilfe. Zudem hat die Feuerwehr ein paar knifflige Aufgaben für die jungen Besucher. Es gilt mittels Wasserstrahl (der von Hand mit einem Pumpsystem erst aus einem Wassereimer hervorgebracht werden muss) einen Tennisball von einem Verkehrsleitkegel zu schubsen oder in einem Holzhaus die mit Flammen bemalten Fenster zu treffen. Gar nicht so einfach, wenn der Wasserstrahl nicht «stabil» bleibt, weil derjenige an der Pumpe langsam müde wird. Auch der Hindernisparcours macht den Kindern sichtlich Spass. Wer weiss, wer von ihnen mal in die örtlichen Rettungsdienste einsteigt… (rb)

www.richterswil.ch; www.packard33.ch

* Kontaktformulare sind auf der Gemeindehomepage unter «Onlinedienste» abrufbar.