Wädenswil

Familienferien einmal anders!

Wenn jemand erzählen würde, dass neun Familien mit rund 17 Kindern zwischen 2 und 12 eine Woche oberhalb des Bielersees miteinander verbringen – und zwar ohne TV, PC, Handyspiele – und sich dabei köstlich amüsieren, wäre das bereits erstaunlich. Wenn man dazu aber noch erfährt, dass diese Familien sich über die Pfarrei St. Marien kennengelernt haben und diese Art der Ferien bereits auf eine jahrzehntelange Tradition zurückgeht, verdient das durchaus Beachtung!
Die Gruppe ist jeweils neu gemischt, es gibt einzelne Familien, deren Kinder das Erlebnis bereits das fünfte oder siebte Mal teilen. Andere stos­sen neu dazu. Insgesamt lebt die gesamte Woche aber von den Talenten und dem guten Willen eines jeden Einzelnen! Da gibt es den einen Vater, der seine Trommeln und Gitarren zur Verfügung stellt und mittags ein Spontanorchester anleitet. Eine Mutter verkleidet sich abends als Höhlenmensch «Hühli» und berichtet den staunenden Kindern von den Erlebnissen des Drachens Kokosnuss auf Zeitreise (in den Jahren davor als Ausserirdische «Blubba», oder Hexe – passend zum Motto der Woche). Da werden in Ateliers Traumfänger und Stofftaschen genäht, Fussballkickerturniere ausgelost, in Fussballspielen oder Wanderungen in die Twannschlucht überschüssige Energie abgebaut. Das Geländer des Hauses diente über vier Etagen wieder für das Bauen einer Kreativ-Kugeli-Bahn. Neu wurde das Museum Latène am Neuenburgersee ins Programm aufgenommen, um das Thema «Ureinwohner» abzurunden.

In diesem Jahr kam als Specialguest Pfarrer Peter Camenzind vorbei und suchte mit den Kindern die letzten Pilze im Wald – was immerhin zu einer kleinen Pilzpfanne reichte. Aber auch spirituelle Impulse mit dem – besonders von den Kindern – neugierig besuchten Rosenkranzgebet unterm Dachstuhl und dem Gottesdienst in der reformierten Kirche von Ligerz rundeten das vielfältige Ereignis ab.
Grundlage ist dabei, dass man an den Angeboten teilnehmen kann, aber nicht muss. Dies ist dann wohl auch eines der Erfolgsgeheimnisse der Gruppenreise, was ein hohes Mass an Eigenverantwortung und Sozialkompetenz voraussetzt.

Wenn jeder sich auch mal zurückziehen, oder «mal kurz» mit dem Bike zum Chasseral hochradeln kann, und sich dann wieder mit seinen Gaben einbringt, wenn Kinder wie Eltern wohlwollend und respektvoll sind, dann haben sogar Menschen mit Handicaps ihren Platz in der Gruppe. Wahrlich, das einmal miterleben zu dürfen ist ein Geschenk des Himmels und erneuert dabei gleichzeitig das Angesicht der Erde – mit frohem Kinderlachen und dankbaren Eltern. Sabine Zgraggen

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